Airbnb-Steuern: Müssen Sie Steuern auf Airbnb-Einnahmen zahlen?

Aug 11 2026 · Smart Order · 6 Min
Airbnb-Steuern: Müssen Sie Steuern auf Airbnb-Einnahmen zahlen?

Die Vermietung Ihrer Unterkunft über Airbnb kann eine großartige Möglichkeit sein, zusätzliches Geld zu verdienen. Sie verschafft Ihnen mehr finanzielle Freiheit und ermöglicht es Ihnen, Menschen aus aller Welt kennenzulernen. Doch viele neue Gastgeber vergessen einen wichtigen Punkt: Auf die Einnahmen, die Sie erzielen, müssen Sie Steuern zahlen.

Es mag sich nur wie ein Nebenverdienst anfühlen, doch die Steuerbehörden betrachten es als Einkommen. Ganz gleich, ob Sie Ihr freies Zimmer nur an einigen Wochenenden vermieten oder mehrere Inserate haben – Sie müssen Ihre steuerlichen Pflichten kennen. So vermeiden Sie Probleme und unerwartete Nachzahlungen.

Dieser Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, wann Sie Steuern zahlen müssen, welche Steuerarten auf Sie zukommen können und wie Sie Abzüge korrekt geltend machen.

Müssen Sie Steuern auf Airbnb-Einnahmen zahlen?

In den meisten Ländern gelten Einnahmen über Airbnb als steuerpflichtig. Das bedeutet, dass Sie diese bei Ihrer lokalen Steuerbehörde angeben müssen – unabhängig davon, ob Sie ein Apartment, ein einzelnes Zimmer oder eine gesamte Immobilie vermieten. Die steuerlichen Regeln ähneln denen für klassische Mieteinnahmen; je nachdem, wie häufig Sie vermieten und welche Leistungen Sie anbieten, können jedoch zusätzliche Anforderungen gelten.

Wann sind Ihre Airbnb-Einnahmen steuerpflichtig? (Ausnahme nach der 14-Tage-Regel)

Es gibt eine wichtige Ausnahme, die jeder Gastgeber kennen sollte: die 14-Tage-Regel, oft auch als "Ferienhaus-Vermietungsausnahme" oder "Master's Exception" bezeichnet.

Fällt Ihre Vermietung unter diese Regel, haben Sie einen entscheidenden Vorteil: Sie müssen die Einnahmen nicht angeben, und sie sind rechtlich steuerfrei.

So funktioniert die 14-Tage-Regel:

  1. Vermietungstage: Sie vermieten Ihre Immobilie im Kalenderjahr 14 Tage oder weniger.
  2. Tage der Eigennutzung: Sie nutzen die Immobilie privat für den jeweils höheren Wert aus:
    • 14 Tagen, ODER
    • mehr als 10 % der gesamten Vermietungstage zu einem marktüblichen Mietpreis.

Beispiel für die Regel: Sie vermieten Ihr Strandhaus im Sommer 10 Tage lang und nutzen es selbst 20 Tage. Da Sie weniger als 14 Tage vermietet und die Voraussetzung der Eigennutzung erfüllt haben, sind die Einnahmen aus diesen 10 Tagen steuerfrei. Der Haken dabei: Sie können für diesen Zeitraum keine vermietungsbezogenen Abzüge oder Ausgaben geltend machen.

Die Regel wird überschritten: Wenn Sie Ihre Immobilie 15 Tage oder länger vermieten, greift die Ausnahme nicht mehr. Dann müssen Sie alle Mieteinnahmen des gesamten Jahres angeben. Sobald Sie die 14-Tage-Grenze überschreiten, gelten die normalen Steuervorschriften – dafür können Sie dann auch Ihre Vermietungskosten abziehen.

Arten von Steuern, die Airbnb-Gastgeber zahlen müssen

Ein Airbnb-Gastgeber zu sein bedeutet oft, mit mehr als nur der nationalen Einkommensteuer zu tun zu haben. Je nach Standort und Geschäftsmodell können mehrere Steuerarten anfallen.

1. Bundes-/nationale Einkommensteuer

Dies ist die zentrale Pflicht. Ihre Airbnb-Einnahmen werden zu Ihrem gesamten Jahreseinkommen hinzugerechnet und mit Ihrem regulären Einkommensteuersatz besteuert. Wie Sie diese Einkünfte berechnen und angeben (Schedule E oder Schedule C), hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab (dazu später mehr).

2. Steuer auf selbstständige Tätigkeit (Social Security und Medicare)

Wenn Ihre Gastgebertätigkeit eher wie ein vollwertiges Unternehmen aussieht – also wenn Sie "wesentliche Leistungen" erbringen, die über die bloße Bereitstellung einer Unterkunft hinausgehen (z. B. tägliche Reinigung, Verpflegung wie in einem Gästehaus oder Concierge-Services) –, kann die IRS Sie als selbstständig einstufen. In diesem Fall unterliegen Ihre Einkünfte der 15,3%igen Steuer auf selbstständige Tätigkeit (12,4 % für Social Security und 2,9 % für Medicare). Die meisten passiven Kurzzeitvermietungen vermeiden diese Steuer, aktive B&B-ähnliche Betriebe jedoch nicht.

3. Staatliche und lokale Beherbergungssteuern (Unterkunfts-/Tourismussteuer)

Diese werden oft als Hotelsteuer, Touristensteuer oder Beherbergungssteuer bezeichnet. Sie sind lokal und nicht bundesweit, und die Sätze unterscheiden sich stark je nach Bundesstaat, Landkreis und Stadt. Sie sollten diese unbedingt im Blick behalten. In vielen Regionen erhebt und überweist Airbnb diese Steuern automatisch in Ihrem Namen. In manchen Gebieten liegt die Verantwortung jedoch weiterhin beim Gastgeber, sich zu registrieren, die Steuer einzuziehen und an die lokale Behörde abzuführen. Prüfen Sie daher immer die örtlichen Vorschriften, um Strafen zu vermeiden.

Die Rolle von Airbnb bei Steuererhebung und Meldung

Sie sind für die Zahlung Ihrer Steuern verantwortlich, aber Airbnb hat als Zahlungsabwickler bestimmte Meldepflichten, die von den Steuerbehörden vorgeschrieben sind.

Ausstellung von Steuerformularen (1099er)

Airbnb ist verpflichtet, Ihnen bestimmte Steuerformulare auszustellen, wenn Sie bestimmte Umsatz- und Transaktionsschwellen erreichen. Das häufigste Formular, das Sie erhalten, ist das Formular 1099-K.

  • Formular 1099-K: Dieses Formular weist den Bruttobetrag der Zahlungen aus, die Sie von Gästen über die Airbnb-Plattform erhalten haben. Wichtig ist, dass diese Zahl Ihren Einkünften vor Abzug der Servicegebühren oder Provisionen von Airbnb entspricht. Die IRS-Schwellenwerte für dieses Formular waren in den letzten Jahren häufig Gegenstand von Änderungen und Verwirrung. Gastgeber sollten daher stets die aktuellen Hinweise der IRS und der Plattform prüfen, um zu wissen, wann sie dieses Formular erwarten können.
  • W-9-Formular: Bei der Registrierung sollten Sie ein W-9-Formular mit Ihrer Taxpayer Identification Number (TIN) ausfüllen. Wenn Sie dies nicht tun, ist Airbnb gesetzlich verpflichtet, eine Ersatzeinbehaltung (backup withholding) – derzeit 24 % – von Ihren Auszahlungen einzubehalten und an die IRS abzuführen. Durch die Einreichung Ihres W-9 verhindern Sie diesen Einbehalt.

Wichtige Kernaussage: Wenn Sie ein Formular 1099-K erhalten, bedeutet das, dass die IRS bereits über diese Einnahmen informiert ist. Wenn Sie keines erhalten, bedeutet das nicht, dass die Einkünfte steuerfrei sind. Sie müssen weiterhin alle Einnahmen erfassen und angeben, auch wenn sie unter den Meldeschwellen liegen. Nutzen Sie die von Airbnb bereitgestellte Jahresübersicht als wichtigste Dokumentationsquelle.

Abzüge und Ausgaben, die Sie geltend machen können

Einer der Vorteile als Airbnb-Gastgeber ist, dass viele damit verbundene Kosten steuerlich absetzbar sind. Wenn Sie berechtigte Abzüge geltend machen, können Sie Ihr steuerpflichtiges Airbnb-Einkommen deutlich senken.

Zu den häufig absetzbaren Ausgaben gehören:

  • Reinigungs- und Wäscheservices
  • Hypothekenzinsen oder Mietzahlungen
  • Nebenkosten wie Strom, Wasser und Internet
  • Reparatur- und Instandhaltungskosten
  • Von Airbnb berechnete Servicegebühren
  • Beiträge zur Wohngebäude- oder Hausversicherung
  • Abschreibung von Möbeln und Geräten, die Gästen zur Verfügung stehen

Entscheidend ist die Dokumentation. Bewahren Sie alle Rechnungen, Belege und digitalen Nachweise für jede Ausgabe im Zusammenhang mit Ihrer Gastgebertätigkeit auf. Steuerbehörden können im Rahmen einer Prüfung Nachweise verlangen, und eine saubere Dokumentation hilft Ihnen, Ihre Abzüge zu belegen.

Wenn Sie nur einen Teil Ihres Hauses vermieten, können Sie einen entsprechenden Anteil der Kosten abziehen. Wenn beispielsweise 25 % Ihres Hauses über Airbnb vermietet werden, können Sie 25 % Ihrer Nebenkosten und Instandhaltungskosten absetzen.

So geben Sie Airbnb-Einnahmen in Ihrer Steuererklärung an

Die wichtigste Entscheidung bei der Meldung Ihrer Airbnb-Einnahmen ist die Einordnung Ihrer Tätigkeit: Handelt es sich um eine passive Investition oder um ein aktives Geschäft? Davon hängt ab, welches Steuerformular Sie verwenden.

Option 1: Schedule E – Zusätzliche Einkünfte und Verluste (der passive Investor)

  • Am besten geeignet für: Gastgeber, die die Immobilie wie eine klassische Vermietung behandeln. Sie übernehmen grundlegende Wartung und Reinigung zwischen den Aufenthalten, bieten aber nur wenig aktive Betreuung (z. B. Self Check-in, keine Services vor Ort).
  • Ergebnis: Die Einkünfte werden als passive Vermietungseinkünfte eingestuft. Dies ist in der Regel die bevorzugte Option, da diese Einkünfte nicht der Steuer auf selbstständige Tätigkeit unterliegen.

Option 2: Schedule C – Gewinn oder Verlust aus Gewerbebetrieb (der aktive Betreiber)

  • Am besten geeignet für: Gastgeber, die wesentliche Zusatzleistungen anbieten und ihre Vermietung in ein echtes Gastgewerbe verwandeln (z. B. tägliches Housekeeping, Concierge-Services oder ein umfangreiches Frühstück).
  • Ergebnis: Die Einkünfte werden als Betriebseinnahmen eingestuft. Diese Einkünfte unterliegen der 15,3%igen Steuer auf selbstständige Tätigkeit, ermöglichen Ihnen aber zugleich, ein breiteres Spektrum an Betriebsausgaben abzuziehen und unter Umständen den Abzug für Qualified Business Income (QBI) zu nutzen.

Eine Beratung durch einen Steuerexperten kann Ihnen helfen, die feine Grenze zwischen passiver Vermietung und aktivem Geschäft richtig einzuordnen, damit Sie korrekt deklarieren und Ihre Steuerlast legal minimieren.

Internationale Airbnb-Gastgeber: Das sollten Sie wissen

Wenn Sie kein in den USA ansässiger Gastgeber sind und eine in den Vereinigten Staaten gelegene Immobilie vermieten – oder wenn Sie als in den USA ansässige Person im Ausland vermieten –, ändern sich die steuerlichen Regeln erheblich.

Nicht-US-Gastgeber mit Immobilien in den USA

Ihre Mieteinnahmen gelten als "effectively connected income" mit einem US-amerikanischen Gewerbe oder Geschäft und unterliegen der US-Besteuerung. In der Regel müssen Sie das Formular 1040-NR (US-Einkommensteuererklärung für beschränkt steuerpflichtige Ausländer) einreichen und Ihre Einnahmen sowie Ausgaben angeben. Wenn Sie die erforderlichen Steuerformulare (wie W-8BEN oder W-8ECI) nicht bereitstellen, wird Airbnb voraussichtlich pauschal 30 % Ihrer Einnahmen einbehalten. Prüfen Sie, ob zwischen Ihrem Heimatland und den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, da dies Ihren Steuersatz senken könnte.

US-Gastgeber mit Immobilien im Ausland

Wenn Sie US-Staatsbürger oder in den USA ansässig sind und Airbnb-Einnahmen aus einer Immobilie außerhalb der USA erzielen, müssen Sie diese Einkünfte in Ihrer US-Steuererklärung angeben. Möglicherweise können Sie eine Foreign Tax Credit für an die ausländische Regierung gezahlte Einkommensteuer geltend machen und so eine Doppelbesteuerung vermeiden.

Fazit

Die Pflicht zur Zahlung von Airbnb-Steuern ist eindeutig, doch der Weg zur korrekten Einhaltung bietet erhebliche Sparpotenziale. Jeder Gastgeber sollte auf eine sorgfältige Dokumentation achten, den Unterschied zwischen passiven Einkünften (Schedule E) und aktiven Einkünften (Schedule C) klar verstehen und die verfügbaren Abzüge für Ausgaben nicht übersehen.

Mit einem klaren Verständnis der 14-Tage-Regel, einer sauberen Erfassung Ihrer Ausgaben und Klarheit über lokale Beherbergungssteuern können Sie sicherstellen, dass Ihr profitabler Nebenverdienst finanziell attraktiv und regelkonform bleibt – ganz ohne unnötige steuerliche Überraschungen. Lassen Sie sich nicht von der Komplexität des Steuerrechts ausbremsen; gute Vorbereitung ist der Schlüssel, um Ihren Erfolg als Gastgeber zu maximieren.