Gen Zs Herbstreise-Boom: Wie Hotels ihre Buchungen gewinnen können?

Aug 11 2026 · Smart Order · 5 Min
Gen Zs Herbstreise-Boom: Wie Hotels ihre Buchungen gewinnen können?

Der Herbst 2025 wird vom Reiseschub der Gen Z geprägt. Airbnbs Herbstreisebericht 2025 zeigt, dass die Suchanfragen der Gen Z (18–26) für Herbstreisen im Jahresvergleich um 26 % gestiegen sind und sie inzwischen 32 % aller Herbstreisenden ausmachen. Noch wichtiger: 68 % planen Aufenthalte von 5 oder mehr Nächten, und 45 % buchen internationale Reisen – das ist kein kleiner Trend, sondern eine entscheidende Chance für Hoteliers.

Die Gen Z hat klare Erwartungen – und wenn Ihr Hotel diese nicht erfüllt, entscheiden sie sich für Airbnb oder Wettbewerber. Der Schlüssel liegt darin, Ihr Angebot auf ihre Prioritäten auszurichten. Schauen wir uns an, was sie wollen, was für sie absolute Ausschlusskriterien sind und wie Sie ihre Buchungen gewinnen können.

Reisetrends der Gen Z, die den Herbst 2025 prägen

Vorliebe für außergewöhnliche Reiseziele

Reisende der Gen Z meiden überfüllte Touristenziele. Stattdessen wählen sie ruhige Kleinstädte, versteckte Strände und ländliche Orte, die sich authentisch und besonders anfühlen. Hotels außerhalb großer Städte können davon profitieren – wenn sie gezielt hervorheben, was ihre Region einzigartig macht. Denken Sie an Kooperationen mit lokalen Künstlern, Spaziergänge zum Kennenlernen der Nachbarschaft oder Speisen, die lokale Geschichten erzählen, statt nur die üblichen Hotel-Extras anzubieten.

Reisen und Remote-Arbeit verbinden

Für die Gen Z ist die Verbindung von Arbeit und Reisen nicht nur ein Trend – sie ist Teil ihres Lebensstils. Viele können remote arbeiten und machen deshalb aus Wochenendtrips oft längere „Workations“. Was sie am meisten brauchen? Schnelles, zuverlässiges WLAN, geeignete Arbeitsbereiche (nicht nur einen kleinen Schreibtisch in der Lobby) und ruhige Orte zum Konzentrieren – etwa schallisolierte Pods oder Außenbereiche mit Stromanschlüssen. Das verändert auch ihr Buchungsverhalten: Sie bleiben länger und reisen lieber unter der Woche an, um Menschenmengen zu vermeiden. Hotels, die klar erkennbare „Work + Wander“-Optionen bieten, stehen bei ihnen ganz oben auf der Liste.

Fokus auf Preis-Leistungs-Verhältnis und Transparenz

Der Gen Z geht es weniger um luxuriöse Extras wie bei älteren Reisenden. Wichtiger ist ihnen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – bei gleichzeitig hoher Qualität. Sie achten auf ihr Budget, geben aber gern Geld für besondere Erlebnisse aus: eine geführte Wanderung mit einem lokalen Experten, ein Abendessen auf einem familiengeführten Bauernhof oder ein praktischer Handwerkskurs. Was sie wirklich stört? Unerwartete Gebühren (wie überraschende Resort-Zuschläge oder verpflichtender Valet-Parking-Service). Hotels, die sie überzeugen, kommunizieren Preise klar, bieten einfache Deals an (wie „3 Nächte bleiben, die 4. zum halben Preis“) oder ermöglichen die flexible Buchung besonderer lokaler Touren ohne versteckte Bedingungen. Genau das spricht diese pragmatische Denkweise an.

Umweltbewusste Entscheidungen

Für die Gen Z ist Nachhaltigkeit kein Schlagwort – sie ist ein unverzichtbares Kriterium bei der Wahl einer Unterkunft. Sie suchen aktiv nach Hotels, die konkrete umweltfreundliche Maßnahmen sichtbar machen: solarbetriebene Gebäude, wassersparende Duschköpfe, lokal bezogene Bettwäsche oder Kompostierungsprogramme vor Ort für Lebensmittelabfälle. Schon kleine, sichtbare Maßnahmen machen einen Unterschied: der Verzicht auf Einweg-Plastiktoilettenartikel zugunsten nachfüllbarer Glasspender, die Möglichkeit für Gäste, auf die tägliche Zimmerreinigung zu verzichten (mit einem kleinen Vorteil wie einem kostenlosen Kaffee), oder Partnerschaften mit lokalen Naturschutzgruppen zum Ausgleich des CO₂-Fußabdrucks. Diese Schritte ziehen nicht nur die Gen Z an – sie fördern auch eine tiefere Loyalität, da diese Zielgruppe eher zu Marken zurückkehrt, die zu ihren Werten passen.

Einfluss sozialer Medien

Instagram und TikTok entscheiden darüber, wohin die Gen Z reist. Hotels mit fotogenen Spots, unterhaltsamen Gästeaktivitäten und Möglichkeiten zum Posten von Inhalten erhalten mehr Aufmerksamkeit. Eine Dachterrasse mit Stadtblick oder eine Wandmalerei für Fotos kann für diese Zielgruppe genauso wichtig sein wie ein kostenloses Frühstück. Für die Gen Z ist der „Instagram-Faktor“ eines Hotels oft genauso entscheidend wie grundlegende Leistungen wie kostenloses Frühstück – eine stilvolle Lobby oder eine lokale Kooperation (zum Beispiel ein Pop-up mit einer angesagten Bäckerei) kann sogar noch wichtiger sein. Wobei die Kombination aus beidem natürlich immer ideal ist.

Konkrete Strategien, um Buchungen der Gen Z zu gewinnen

1. Lokale Kultur und Erlebnisse hervorheben

Hotels müssen über die reine Bereitstellung eines Schlafplatzes hinausgehen – sie sollten Geschichten erzählen, die Gäste in die Identität des Reiseziels eintauchen lassen. Authentizität ist entscheidend: Statt generischer Annehmlichkeiten sollte der einzigartige Charme der Umgebung im Mittelpunkt stehen. Schon kleine Details wirken: etwa eine „lokale Helden“-Speisekarte mit Gerichten aus Zutaten von nahegelegenen Bauernhöfen oder eine Willkommensnotiz mit Empfehlungen für versteckte Geheimtipps (z. B. eine familiengeführte Bäckerei abseits der Hauptstraße) statt typischer Touristenfallen.

2. In digitale Gastfreundschaft mit Mobile-First-Ansatz investieren

Für die Gen Z ist digitaler Komfort kein Luxus – sondern eine Grundvoraussetzung. Hotels sollten Tools priorisieren, die eine reibungslose, app-gesteuerte Guest Journey ermöglichen, selbst bei mittelgroßen Häusern mit begrenztem Budget.

  • Beginnen Sie mit Mobile-First-Buchungen: Reservierungen per App mit nur einem Klick (ohne lange Desktop-Formulare oder erzwungene Kontoerstellung) und sofortige Bestätigung per SMS.
  • Auch im Zimmer reicht einfache Smart-Technologie oft weit: smarte Lautsprecher zur Steuerung von Licht/Temperatur oder zur Bestellung von Zimmerservice sowie mobile Schlüssel, um Warteschlangen beim Check-in am Empfang zu vermeiden.

Cloudbasierte Hotel-Managementsysteme (PMS) sind für kleinere Hotels eine kosteneffiziente Möglichkeit, diese Funktionen zu integrieren, ohne das Budget zu sprengen.

3. Instagram-taugliche Momente schaffen

Die Gen Z bucht mit dem Smartphone im Blick – visuelle Attraktivität steigert das Interesse direkt.

  • Gestalten Sie Bereiche, die sich „teilbar“ anfühlen, ohne künstlich zu wirken: eine üppige begrünte Innenwand mit lokaler Kunst, eine Dachterrasse mit Lichterketten (perfekt für Reels bei Sonnenuntergang) oder saisonale Installationen (z. B. eine herbstliche Cider-Ecke mit handbemalten Kürbissen oder eine winterliche Heiße-Schokolade-Station mit gemütlichen Strickdecken).
  • Ermutigen Sie Gäste zum Posten, indem Sie es einfach und lohnend machen: Starten Sie einen Marken-Hashtag und teilen Sie Gästefotos in den Instagram-Stories des Hotels mit einer kurzen Erwähnung.
  • Für noch mehr Interaktion können Sie kleine, fotofreundliche Events veranstalten – etwa einen Wochenend-Pop-up-Bauernmarkt in der Lobby oder einen Sternenbeobachtungsabend auf der Wiese mit Requisiten (Decken, Sternbildkarten) –, die ganz natürlich nutzergenerierte Inhalte auslösen. Diese organische Sichtbarkeit genießt bei der Gen Z deutlich mehr Vertrauen als bezahlte Werbung.

4. Flexible, wertorientierte Pakete anbieten

Die Gen Z möchte Klarheit und Sinn bei ihren Ausgaben – Pakete, die Aufenthalte mit bedeutungsvollen Erlebnissen bündeln (und nicht nur Rabatte), kommen am besten an. Zum Beispiel:

  • Ein „Work + Wander“-Paket: 3 Nächte mit Zugang zu einem speziellen Co-Working-Bereich, täglichem Kaffee und einem Yoga-Kurs nach der Arbeit auf der Terrasse.
  • Flexible Zusatzoptionen: Lassen Sie Gäste Extras selbst auswählen, statt sie zum Kauf eines Komplettpakets zu zwingen. Diese Flexibilität passt zu ihrer budgetbewussten und zugleich erlebnisorientierten Denkweise.

5. Nachhaltigkeit als zentralen Wert kommunizieren

Hotels sollten konkrete, sichtbare Initiativen hervorheben und diese mit Transparenz untermauern.

  • Beginnen Sie damit, Zertifizierungen oder lokale Nachhaltigkeitssiegel auf Ihrer Website und in den sozialen Medien zu präsentieren.
  • Teilen Sie konkrete Maßnahmen: Arbeiten Sie mit nahegelegenen Bauernhöfen für Frühstückszutaten zusammen (und nennen Sie die Höfe auf der Speisekarte), ersetzen Sie Einweg-Toilettenartikel durch nachfüllbare Glasspender.
  • Nutzen Sie Behind-the-Scenes-Inhalte, um Vertrauen aufzubauen: Veröffentlichen Sie TikTok-Videos, in denen Mitarbeitende Recycling sortieren, oder Instagram-Karussells, die erklären, wie das Hotel Lebensmittelverschwendung reduziert. Vermeiden Sie vage Aussagen wie „wir sind umweltfreundlich“ – seien Sie konkret in Bezug auf das, was Sie tun, und warum es wichtig ist.

6. Auf den richtigen Plattformen präsent sein

Die Gen Z ignoriert traditionelles Marketing – sie entdeckt Reisen über authentische Social-Media-Inhalte, nicht über Verkaufsslogans. Verzichten Sie auf generische E-Mail-Newsletter (die meist ungelesen bleiben) und konzentrieren Sie sich auf TikTok und Instagram, wo diese Zielgruppe am aktivsten ist.

  • TikTok:
    • Kurze Reels, die „einen Tag im Leben“ zeigen (z. B. Morgenwanderung, Töpferkurs, abendliches Lagerfeuer)
    • Kurze Tipps wie „3 versteckte Orte in der Nähe unseres Hotels, die Sie nicht auf Google finden“
  • Instagram:
    • Interaktive Stories (Umfragen: „Welche lokale Tour sollen wir als Nächstes vorstellen?“ oder Q&As mit Mitarbeitenden)
    • Karussells, die Gästeerlebnisse hervorheben (z. B. „5 Gründe, warum unser Herbstlaub-Paket ausverkauft war“)

Arbeiten Sie mit Mikro-Influencern (10.000–50.000 Follower) zusammen, die zur Atmosphäre Ihres Hotels passen – etwa Eco-Creators oder Reiseblogger für außergewöhnliche Ziele. Ihre ehrlichen Bewertungen kommen besser an als Promi-Empfehlungen, denn die Gen Z vertraut Gleichgesinnten mehr als Marken.

Fazit

Die Gen Z ist nicht einfach nur ein weiterer Reisetyp – sie verändert weltweit, wie Hotels arbeiten. Ihre Entscheidungen in diesem Herbst zeigen klare Muster: Sie legen mehr Wert auf echte Erlebnisse als auf luxuriöse Extras, bevorzugen digitale Abläufe, wollen umweltfreundliche Optionen und achten auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für Hotels bedeutet das, ihr Angebot gezielt an den Erwartungen der Gen Z auszurichten. Häuser, die die Online-Buchung einfach machen, lokale Aktivitäten sichtbar hervorheben und glaubwürdig zeigen, dass ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist, sichern sich nicht nur in diesem Herbst mehr Buchungen aus dieser Zielgruppe – sie schaffen auch die Grundlage für langfristige Gästebindung.

Hotels, die jetzt handeln, werden die Reisebranche im nächsten Jahrzehnt mitgestalten.